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Terra X: Das Wunder am Indus – dTV – Xvid

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Dauer: 45:00 | Größe: 350 MB | Sprache: Deutsch | Format: Xvid | Uploader: mike234

London, 20. September 1924: An diesem Tag erfährt die Öffentlichkeit von der Entdeckung einer versunkenen Zivilisation, nach der niemand gesucht hatte und für die es bis dahin in keinem antiken Text auch nur das kleinste Indiz gegeben hat. Die Illustrated London News berichtet über eine vergessene, versunkene Zivilisation am Indus, eine bronzezeitliche Hochkultur auf dem indischen Subkontinent. Das Glück, dieses Wunder, diese spektakuläre Entdeckung wird einem britischen Forscher zuteil, der heute gerne als Sherlock Holmes der Archäologie bezeichnet wird: John Hubert Marshall. Jahrelang hatte er zunächst unscheinbare Fundstücke analysiert, rätselhafte Werkzeuge, Figuren und Siegel, die entlang des großen Flusses Indus aufgetaucht waren. Bis er plötzlich verstand, dass sie alle zusammenhingen, dass sie von einer großen, bisher nicht bekannten Zivilisation stammen mussten. Vom Meisterdetektiv unterscheidet er sich kaum in der Methode, wohl aber in der ihm eigenen Bescheidenheit, die dazu geführt haben mag, dass von Marshall keine umfassende Biografie existiert. John Hubert Marshall erweiterte das Weltbild der Archäologen: Nicht nur in Ägypten und in Mesopotamien muss man seitdem die Wiege der Städte bauenden Hochkulturen vermuten. Auch am Indus geschah dieser Kultursprung, vor 4500 Jahren, eindrucksvoll bezeugt durch die Ruinenstädte Harappa und Mohenjo-Daro. Die – einst in Britisch-Indien und heute in Pakistan gelegen – bereits im dritten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung über ein zivilisatorisches Niveau verfügten, wie es in großen Teilen der Welt noch heute alles andere als selbstverständlich ist: Sie boten in genormten Reihenhäusern Wohnraum für mehrere Zehntausend Menschen und ein ausgeklügeltes Kanalsystem, das die Bedeutung der Trennung von Trink- und Brauchwasser berücksichtigte – in einem Maß, wie es europäische Städte, beispielsweise Hamburg, zum Teil erst Anfang des 20. Jahrhunderts einführten, nach der Entdeckung von Krankheitskeimen durch den Forscher Robert Koch. Der Film „Das Wunder am Indus“ dokumentiert die detektivische Spurensuche nach einer Zivilisation, die der Wissenschaft bis heute so viele Rätsel aufgibt wie keine andere Kultur der Bronzezeit. Woher hatten die Einwohner von Harappa und Mohenjo-Daro ihr Wissen, das mit der Kultur für Jahrtausende wieder verschwand? Noch die Römer hatten zwei Jahrtausende später nicht diese Ingenieursfähigkeiten, beispielsweise beim Brunnenbau. Hinweise könnten Fundstücke mit mysteriösen Zeichen geben, die aber trotz jahrzehntelanger Anstrengungen noch immer nicht entziffert werden konnten. Was bedeuten die rätselhaften Einhorn-Siegel, die in den Städten und Siedlungen am Indus gefunden wurden? Wem wird es gelingen, den Indus-Code zu knacken? Oder handelt es sich bei den Symbolen gar nicht um eine Schrift? Die Erforschung der Indus-Zivilisation befindet sich trotz 80-jähriger Grabungsgeschichte noch am Anfang. Funde in Mesopotamien und am Persischen Golf geben Hinweise darauf, dass die Einwohner von Harappa und Mohenjo-Daro vom Seehandel lebten und bereits um 2250 vor Christus Waren über das Arabische Meer verschifften. Nach ihrer Entdeckung wurde die Indus-Zivilisation schnell wieder aus dem öffentlichen Rampenlicht verdrängt, denn bis heute finden sich keine monumentalen Tempelbauten oder üppiger Goldschmuck, die das Publikum hätten fesseln können. Auch gibt es keine Hinweise auf große Kriege oder Schlachten. Diskret, sauber, friedlich und modern – so mutet Mohenjo-Daro, dieses am Reißbrett entstandene „Brasilia der Bronzezeit“, an. Als Marshall Ende der 1920er Jahre seinen Posten als Generaldirektor der indischen Antikenbehörde räumt, geht er mit einer Gewissheit: Die Arbeit von ihm und seinem Team indischer Nachwuchsforscher haben das Geschichtsbild des Subkontinents einschneidend verändert. Die von den britischen Kolonialherren geleitete Forschung hat das Selbstbewusstsein der Kolonialisierten gestärkt, denn nun gehörte das Reich am Indus zu den ältesten und vor allem fortschrittlichsten Kulturen der Welt. Sir Mortimer Wheeler, der 1944 am Indus das Erbe Marshalls antritt, bezweifelt das Bild von der perfekten, friedfertigen Gesellschaft von Beginn an. Der ehemalige Brigadegeneral enttarnt Harappa als eine Festung und vermutet, dass es sich um ein feudales Staatswesen gehandelt haben könnte, in dem mächtige Clans den Ton angaben. Wheeler führt eine neue stratigraphische Methode ein, die sich in der internationalen Archäologie niederschlagen wird. Doch seine Zeit ist kurz: Das britische Kolonialreich befindet sich im Untergang, der Bürgerkrieg und die Teilung Indiens 1947 behindern die Forschung. Die faszinierenden Fundorte liegen heute teilweise im unwegsamen, lange umkämpften Grenzgebiet zwischen Indien und Pakistan. Seit über 30 Jahren ist Michael Jansen, Professor für Stadtbaugeschichte in Aachen, dem Geheimnis der Indus-Zivilisation auf der Spur und setzt die Arbeiten von Marshall und Wheeler gemeinsam mit Forschern aus den verschiedensten Disziplinen fort. Jansen versucht noch immer, die wahren Ausmaße dieser bronzezeitlichen Kultur zu verstehen. Es stehen Schätzungen im Raum, nach denen alleine Mohenjo-Daro zum Ende des dritten Jahrtausends vor unserer Zeit über 50 000 Bewohner hatte. Somit könnte die größte Metropole der Bronzezeit in Südasien gelegen haben. „Nach all den Jahrzehnten intensiver Forschung sind wir mit der Indus-Zivilisation noch ganz am Anfang“, resümiert Jansen, „etwas Spannenderes kann man sich als Archäologe eigentlich nicht wünschen“.

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Erstellt am 25 März '10, in Archäologie, Geschichte/Politik. Tags: , , , , .