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Tolstois Befreiung – HDTV – XviD/720p

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Am 28. Oktober 1910 verlässt Leo Tolstoi im Alter von 82 Jahren fluchtartig das Landgut der Familie in Jasnaja Poljana, um endlich nur noch nach seiner spirituellen Überzeugung zu leben. Diese Zeitspanne leuchtet Frédéric Mitterand genau aus. Die letzten Tage des Leo Tolstoi lassen sein Leben und Werk in einem tragischen Licht erscheinen. Sein ganzes Leben lang hatte er sich eine solche Flucht ausgemalt, hatte bereits mehrere Versuche unternommen; oft wurde im Kreis der Angehörigen darüber gesprochen. Einerseits kann sie als grenzenloser Egoismus eines alten Mannes seiner Familie gegenüber ausgelegt werden. Seine Ehefrau Sofia geriet in abgrundtiefe Verzweiflung, seine Kinder reagierten mit Mitleid oder Ablehnung, seine Anhänger waren – ungeachtet ihrer billigenden Erklärungen – vor den Kopf gestoßen. Um Tolstois Ausbruch in seiner ganzen Tragweite zu erfassen, muss man wissen, dass sich die Ehepartner liebten. Und das, obwohl zwischen ihnen unüberbrückbare Gegensätze herrschten, was in ihren Aussagen und Briefen deutlich wird. Andererseits steht Tolstois Flucht aber auch für den radikalen Bruch mit überlieferten Werten inmitten einer Krise der russischen Gesellschaft, die sieben Jahre später zur Revolution führen sollte. In der russischen Öffentlichkeit stieß sie daher auf großes Interesse. Sie zeugt vom Freiheitswillen eines Mannes, der sich in den letzten Momenten seines Daseins von allen gesellschaftlichen Erwartungen und Verpflichtungen lossagte. In Tolstois Ausbruch zeigt sich eben dieser Selbstbestimmungsgedanke, der in der Folge durch die kommunistische Ideologie zerstört, später aber von Gandhi und anderen Anhänger des gewaltfreien Protests wieder aufgegriffen wurde. Die Umstände von Tolstois Ausbruchsversuchen dokumentieren Fotografien und Filmaufnahmen. Tolstoi begeisterte sich für das Kino; er hielt den Film für eine universelle Ausdrucksform, die an die Stelle der ihrem Anspruch nicht mehr genügenden Literatur treten würde. Aus Überzeugung – und vielleicht auch einfach, um sich zu unterhalten – ließ er sich in den Jahren 1907 bis 1910 in seinem Moskauer Haus, in Jasnaja Poljana und bei seinen Reisen für die Pathé-Nachrichten filmen. Auch seine Familie ist in zahlreichen Filmausschnitten zu sehen. Die Filmfirma „Pathé“ deckte 1909/10 circa 75 Prozent des russischen Filmmarktes ab und erhielt als erste eine offizielle Drehgenehmigung für Tolstois Landgut Jasnaja Poljana. Dort fand auch die erste Pathé-Aufführung der Aufnahmen von Tolstoi statt – unter freiem Himmel und vor 200 einfachen Bauern. Die Berichte zeigen die tiefe Verehrung des Volkes für Tolstoi und die starke Anteilnahme an seinem Tod. Ortschaften und Anwesen sind heute genauso erhalten, wie Tolstoi sie damals verlassen hat; sommers wie winters kann man dort besichtigen, was in den Schwarz-Weiß-Aufnahmen eingefangen wurde. Unzählige Fotografien ergänzen das Filmmaterial. Die Briefe und Niederschriften machen deutlich, was Iwan Bunin einmal als „Tolstois Befreiung“ bezeichnete.

Dauer: 90:00 | Größe: 700 MB | Sprache: Deutsch | Format: Xvid | Uploader: HB

Tolstois.Befreiung.GERMAN.DOKU.WS.HDTVRip.XviD-821
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Dauer: 90:00 | Größe: 2.200 MB | Sprache: Deutsch | Format: h264 | Uploader: HB

Tolstois.Befreiung.GERMAN.DOKU.WS.HDTV.720p.x264-MiSFiTS
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Erstellt am 1 Mai '11, in Biografien, Russland. Tags: , , , .

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