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Iran: Galgen für eine 16jährige – dTV – Xvid

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Dauer: 40:00 | Größe: 350 MB | Sprache: Deutsch | Format: Xvid | Uploader: Sid

Dass eine 16-Jährige Sex vor der Ehe hat, ist in Deutschland fast zur Norm geworden. In Ländern, in denen islamisches Recht gilt, wird dieses Verhalten im Gegensatz als „unkeusch“ angesehen und bestraft. Im Iran sogar mit dem Tod. So musste Atefeh Rajabi Sahaaleh Verstöße gegen die Sitten mit ihrem Leben büßen. Die junge Iranerin wurde am 15. August 2004 in der Provinzstadt Neka im Norden des Landes erhängt. Sie war weder die erste noch die letzte Minderjährige, die der Gottesstaat umgebracht hat. Dabei hätte das Mädchen auch nach islamischem Recht nicht hingerichtet werden dürfen.
Als Atefeh noch ein kleines Kind war, kam ihre Mutter in einem Autounfall ums Leben. Da ihr Vater drogensüchtig wurde, sollten sich ihre Großeltern um sie kümmern. In der Tat war eher das Gegenteil der Fall: Das junge Mädchen sorgte sich um ihre Großeltern, bekam allerdings von ihnen dafür keine Zuneigung oder Anerkennung. Es war also eine schwierige Kindheit für das Mädchen, das sich ohne Erziehungsautoritäten und Aufsicht frei fühlte, alleine um die Straßen von Neka zu ziehen, sich mit Jungen zu verabreden oder in Cafés aufzuhalten – in der streng bewachten iranischen Stadt zu viel Freiheit für eine Frau und dazu noch eine so junge. Schnell fiel sie der „Moral-Polizei“ auf. Mit 13 Jahren wurde sie zum ersten Mal verhaftet. Zuvor war sie auf einer Party gewesen und alleine mit einem Jungen in einem Auto erwischt worden. Sie kam mit 100 Peitschenschlägen nach kurzer Zeit aus dem Gefängnis. Dass sie während ihrer Haft von Polizisten missbraucht wurde, verriet sie nur ihren engsten Vertrauten.
Noch dreimal gelang sie in die Fänge der Sicherheitsmänner, das vierte Mal überlebte sie nicht. Unter Foltern gab sie zu, mit einem 51-jährigen Taxifahrer mehrmals Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Dabei war sie vom ehemaligen Wächter der Revolutionsarmee vergewaltigt worden. Wegen vielfachen Verbrechen gegen die Sittlichkeit wurde die 16-Jährige angeklagt. Ohne Anwalt musste sie sich gegen die Anschuldigungen verteidigen. Als das Gericht den Missbrauch als Verführung ihrerseits deutete, verlor sie die Fassung, schrie den Richter an und warf sogar einen Schuh nach ihm. Dies wurde ihr zum Verhängnis. Sie wurde zum Tod verurteilt. Da Minderjährige im Iran diese Strafe nicht erhalten dürfen, erklärte das Gericht sie kurzerhand zur 22-Jährigen. Am frühen Morgen des 15. Augusts wurde sie öffentlich an einem Baukran erhängt und starb so eines qualvollen Tods.
Über vier Jahre ist es her und doch sagt das dramatische Schicksal des jungen Mädchens noch heute viel über die Rechtslage im Iran aus. Im Land, das 1975 den Zivilpakt der Vereinten Nationen und 1994 die UN- Kinderrechtskonvention zum Schutz Minderjähriger unterzeichnet hat, warten dennoch jährlich Dutzende Jugendliche in Gefängniszellen auf den Tod. Das Verbot, Minderjährige zu schweren Strafen zu verurteilen, basiert auf dem weltweiten Konsens, dass Jugendliche die Folgen ihres Handelns nicht im vollen Umfang verstehen und daher nicht gleich hart sanktioniert werden dürfen wie Erwachsene. Das iranische Recht erlaubt es im Gegensatz zu den internationalen Abkommen, Minderjährige zum Tode zu verurteilen und nach Erlangen der Volljährigkeit hinzurichten. Zu den Verbrechen, die mit dem Tod bestraft werden, zählen Mord, Drogendelikte, politische Vergehen, Prostitution, Ehebruch sowie Verstöße gegen Moral und Gotteslästerung. Meist werden die Schuldiggesprochenen zur Abschreckung öffentlich an Baukränen gehängt. So wurde auch ein 19-Jähriger Ende August im Süden des Landes erhängt, weil er mit 15 unbeabsichtigt einen Spielgefährten in einem Streit mit einer Keule erschlagen hatte.
Nach Angaben der internationalen Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ war Atefehs Tod die zehnte Hinrichtung von Jugendlichen unter 18 Jahren im Iran seit 1990. Bis 2007 sollen weitere 17 durch das Regime umgebracht worden sein. Außer im persischen Staat wurden Minderjährige in den letzten drei Jahren in China, im Sudan und in Pakistan exekutiert, in den drei Ländern jeweils einmal.
Wiederholte internationale Mahnungen von den Vereinten Nationen, des Europäischen Parlaments oder diverser Menschenrechtsgruppen haben das persische Regime bisher kalt gelassen. Vielmehr weisen die Zunahme der vollstreckten Todesurteile, die Wiedereinführung der Steinigung als Bestrafungsmethode 2007 und das harsche Vorgehen gegen regimekritische Intellektuelle, Journalisten und Oppositionelle auf eine Verschlechterung der Menschenrechtslage hin.
Eine Reform, welche das Mindestalter für die Todesstrafe auf 18 Jahre anhebt, wurde zwar 2003 dem Parlament vorgelegt. Für deren Annahme ist allerdings die Zustimmung des Wächterrats als höchstes legislatives Organ im Iran notwendig. Das zwölfköpfige Gremium überprüft Gesetze auf ihre Konformität mit islamischem Recht. In der geplanten Reform sieht der Rat einen klaren Widerspruch zur Scharia. Laut ihr gelten Mädchen ab zehn und Jungen ab 15 Jahren als erwachsen und somit voll strafmündig. Dabei wurde die Anhebung des Heiratsalters und der damit einhergehenden Volljährigkeit bei Mädchen von neun auf zehn Jahren nach etlichen Verhandlungen zwischen Reformen und Konservativen 2004 erreicht.
Zwar ist die Scharia mit Ausnahme der Türkei in der islamischen Welt rechtsgültig, jedoch wird sie in den einzelnen Ländern unterschiedlich ausgelegt. Ihre Bestimmungen basieren sowohl auf dem Koran und den Überlieferungen des Propheten Mohammeds als auch auf deren normativer Interpretationen durch frühislamische Juristen und Theologen. Die starken Positionsdifferenzen hinsichtlich dieser Interpretationen mündeten schließlich in die Gründung von vier sunnitischen und einer schiitischen Rechtsschulen. Dies ist umso mehr von Bedeutung, da die im Koran und in den Überlieferungen enthaltenen Gesetze erst durch die Auslegung der Islamwissenschaftler anwendbar sind.
So gibt es unterschiedliche Ansichten davon, welche Verbrechen als „hadd“-Vergehen, also als Kapitalverbrechen, gelten und wie diese im Einzelnen zu bestrafen sind. So sieht der Koran für mündige und geistig gesunde Personen bei Unzucht, vor- und außerehelichem Geschlechtsverkehr 100 Peitschenhiebe vor (Koran: Sure 24, 2-3). Dagegen fordert die Überlieferung bei unzüchtigen, ledigen Frauen die lebenslange Haft, bei unverheirateten Männern ein Jahr Verbannung. Verheirateten droht sie bei Ehebruch sogar mit dem Tod. Gegner der Todesstrafe argumentieren, dass der Koran als Primärquelle zuverlässiger sei als die historischen Überlieferungen und ihnen deshalb vorgezogen werden sollte. Im Fall der jungen, unverheirateten Atefeh ließ sich die Todesstrafe weder aus dem Koran noch aus den Überlieferungen ableiten.

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Erstellt am 29 Mai '09, in Länder, Menschen, Religion. Tags: , , .

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