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Pleite, und jetzt? Wege aus der Krise – dTV – Xvid

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Dauer: 45:00 | Größe: 350 MB | Sprache: Deutsch | Format: Xvid | Uploader: yogie

Anne Koark musste vor zwoelf Jahren Insolvenz anmelden. Sie verlor alles, die Firma, ihre Wohnung, das Auto – ihr Lebenstraum platzte: ‚Die Firma war mein drittes Baby. Ich hatte sie aufgebaut, war sehr erfolgreich und kaempfte, solange ich glaubte, das Ruder noch umreissen zu koennen. Denn wer begraebt schon ein Kind, solange man nicht weiss, ob es tot ist?‘, so Anne Koark. Sie machte den Fehler, den viele Selbststaendige machen: Sie geriet in Schieflage, negierte die Zahlen und versuchte, mit ihren privaten Reserven die Firma zu retten. 3,1 Millionen Haushalte in Deutschland sind ueberschuldet, mehr als doppelt so viele wie 1993. Hauptursachen dafuer sind Arbeitslosigkeit, sinkende Einkommen und Schicksalsschlaege wie Krankheiten und Ehekrisen. ‚Insolvenz ist ein Eingestaendnis, dass man gescheitert ist. Man hat es nicht hingekriegt – es ist der buergerliche Tod!‘, so Attila von Unruh, insolvent und Gruender einer Selbsthilfegruppe. Eberhard Morawa dachte sogar schon daran, Deutschland fuer immer zu verlassen oder gar sich gar umzubringen, weil Scheitern in Deutschland eine Schande sei, glaubt der ehemalige Selbststaendige, der einen Naturkostladen betrieb. Christiane Wilbers schaemte sich so sehr fuer ihr Scheitern, dass sie alle Kontakte abbrach und untertauchte. Sie lebte in einer Parallelwelt, schaute nur noch Fernsehen, mied jeglichen Kontakt zu anderen Menschen: ‚Irgendwann begann die Phase, wo ich morgens aufgewacht bin mit einem Gedanken und abends mit einem Gedanken ins Bett gegangen bin, wo ich gedacht habe, ich wuenschte, ich waere tot.‘ Sie alle haben Privatinsolvenz angemeldet. Mehr als 100.000 Verbraucherinsolvenzen gab es im vergangenen Jahr in Deutschland. Diese Art der persoenlichen Insolvenz bedeutet sechs Jahre lang am Existenzminimum zu leben, um von den Restschulden befreit zu werden. ‚Wohlverhaltensphase‘ heissen diese sechs Jahre, in denen Anne Koark mit ihren beiden Soehnen nach Abzug der Fixkosten von 200 Euro im Monat leben musste. Sechs Jahre sind Joerg M. zu lang. ‚Man nimmt mir sechs Jahre Lebenszeit‘, so der 50-Jaehrige. ‚Ich habe die Moeglichkeit, nach England zu gehen, und wenn ein Jahr rum ist, kann ich meine Frau nachholen, und wir koennen praktisch noch einmal von vorne anfangen.‘ Im Internet hat er herausgefunden, dass er Insolvenz anmelden kann, wo er will, allerdings muss er dort wohnen. Joerg M. hat sich fuer England entschieden, weil man dort nach einem Jahr schuldenfrei ist. In England gibt es eine andere Kultur des Scheiterns, eine, die den Insolventen schnell wieder am Wirtschaftsleben teilhaben lassen will. Sogar eine EC-Karte mit einem kleinen Guthaben wird dem Schuldner zur Verfuegung gestellt. Anne Koark tritt die Flucht nach vorne an, beginnt in der Insolvenz ihre Geschichte aufzuschreiben – ihr Buch wird ein Bestseller. Sie spricht oeffentlich ueber das Scheitern und kaempft dafuer, dass Schuldner eine zweite Chance bekommen und dass Gesetze in Deutschland geaendert werden – mit Erfolg! Tatsaechlich muessen Verbraucher heute im Falle der Insolvenz nicht mehr ihre private Altersvorsorge abgeben. In diesem Film geht um die Phasen des Scheiterns, des Leugnens, sich Versteckens und Schaemens und um das Ueberwinden eines Misserfolges, der auch lehrreich und bereichernd sein kann. Die Dokumentation zeigt Wege aus der Krise, die ganz unterschiedlich sein koennen.

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Erstellt am 24 September '10, in Menschen. Tags: .

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