Serienjunkies.org

Bombay: Der staubige Stern – SATRip – Xvid

Cover

Dauer: 45:00 | Größe: 700 MB | Sprache: Deutsch | Format: Xvid | Uploader: musikfreund

Megacitys sprengen alle Vorstellungen. Wie viele Menschen leben in Bombay? 15 oder 20 Millionen? Wie soll man zählen in einer Stadt, in der nichts mehr planbar und keine Infrastruktur ausreichend ist, wo täglich 300 Familien vom Land dazuströmen? Statistisch bietet Bombay eine der schlechtesten Lebensqualitäten der Welt. Und trotzdem hat ZDF-Südostasien-Korrespondent Peter Kunz fast nur Leute gefunden, die ihre Stadt lieben. Die nicht von ihr lassen würden. Bombay ist ein Traum. Für alle, die in der Megacity ihr Glück suchen – ganz oben wie ganz unten in der Gesellschaft. Bombay produziert Träume. Bollywood hat mit seinem jährlichen Filmausstoß Hollywood bereits überholt. Tag und Nacht wird gedreht, Melodramen und Schmonzetten mit Gesang meist, dem indischen Geschmack entsprechend. Und Indien ist ein Milliardenmarkt. „Niemand verhungert in Bombay, im Gegensatz zu anderen Landesteilen“, meint der Tagesmanager im Luxushotel, und der Töpfer in Bombays berüchtigtem Slum „Dharavi“ drückt es ähnlich aus. „Niemand verhungert hier.“, sagt auch der Hundebesitzer, der jeden Morgen für seinen Liebling einen Henkelmann mit frisch gekochtem Hundefutter anliefern lässt. Luxus à la Bombay. Nichts funktioniert richtig, weder die Wasserversorgung noch die Reparatur der löchrigen Straßen. Aber selbst die Landflüchtlinge sind eine soziale Stufe heraufgeklettert, wenn sie sich nach einem langen Arbeitstag für eine Handvoll Rupien auf Bombays Pflaster zusammenrollen. Bombay ist ein Gefühl, ein gutes Gefühl. In Bombay schlägt das finanzielle Herz des Subkontinents. Bombay heißt heute eigentlich Mumbai, wurde bürokratisch umbenannt, aber viele Mumbaier halten an dem alten Namen fest, der Geschichte atmet. Bombay wurde auf sieben Hügeln gegründet wie Rom. Die Stadt war der Landepunkt für das britische Empire, das Tor nach Indien. Das ZDF-Team ist eingeladen zur Weihe eines 13-jährigen Priesters bei den Zoroastriern, einer der in ihren Praktiken und Ritualen geheimnisvollsten Religionen der Welt. Nur noch 120.000 Zoroastrier, die an den Propheten Zarathustra glauben, leben weltweit verstreut. Ihre ursprünglich aus Persien stammende Religion ist vom Aussterben bedroht. Bombay ist eines der letzten zoroastrischen Zentren; die Zarathustra-Gemeinschaft hat die Stadt mit aufgebaut, an jeder Ecke erinnern noch Zeichen daran, sofern man sie lesen kann. Maureen Wadia hat in eine Familie von Zorastriern eingeheiratet. Ihr Gatte ist einer der reichsten Männer und bekanntesten Industriekapitäne Indiens. Sie selbst gibt eine Lifestyle-Zeitschrift heraus und betreibt die berühmteste Model-Schule des Landes. Wer ihre Kurse durchlaufen hat, ist für die globalen Laufstege und oft auch für das Megastar-Dasein in Bollywood präpariert. „Bombay lebt vom Hunger derer, die hierher kommen, um aufzusteigen“, meint Maureen und scheucht ihre jüngsten Schäfchen durch eine alte, leere Textilfabrikhalle aus Bombays alten goldenen Zeiten. „Dafür brauchen sie allerdings Stil und Form. Das lernen sie bei mir.“ Nebenbei ist Maureen Wadia die Direktorin des Wadia-Krankenhauses für Kinder und des Wadia-Krankenhauses für Frauen. Das Personal fürchtet ihre Besuche und ihren Ton. „Ohne Schreien erreichen Sie gar nichts in dieser Stadt“, entschuldigt Maureen etwas heiser. Die Entzündung ihrer Stimmbänder durch Überlastung klingt gerade aus. Dafür gelten die Wadia-Krankenhäuser als Vorzeige-Hospitäler mit einer Qualität, die nicht alle staatlichen Einrichtungen erreichen. Privates Sponsorentum federt die krassen Unterschiede zwischen Arm und Reich in Indiens Traumstadt leidlich ab und entlastet die öffentliche Hand. Bollywood und Models, Bollywood und Mafia, in Bombay geht das alles zusammen. Peter Kunz und Kameramann Zeljko Pehar drehen die Dreharbeiten zu einem neuen indischen Kinohit, während der Hauptdarsteller ein paar Tage später vor Gericht stehen wird: wegen illegalen Waffenbesitzes und Verwicklung in zwielichtige Machenschaften in den Zeiten der großen Terroranschläge in Bombay in den 90er Jahren. Bombay selbst ist immer großes Kino. Das bestätigt auch einer der letzten Plakatmaler, die die Werbung für die bunten Bollywood-Schinken noch mit Hand auf riesige Leinwände bringen. Wie Picasso steht er mit freiem Oberkörper in seinem riesigen alten Atelier und lässt mit knappen Pinselstrichen und knalligen Farben eine Pistole wachsen, die ein gemalter Schauspieler dem anderen brutal in den Mund steckt. „Früher wollten die Leute Liebespaare auf den Plakaten, heute wollen sie nur noch Gewalt sehen“, sagt Abdul Rehman. „Das hat sich verändert. Bombays romantische Zeiten sind vorbei. Aber das ist das Leben!“

Bombay – Der staubige Stern
Download: hier | rapidshare.com

Erstellt am 13 Mai '09, in Städte. Tags: , , .

Nach oben