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Die Zigarrenbarone aus Ostwestfalen: Die Familie Andre – dTV – Xvid

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Dauer: 43:00 | Größe: 350 MB | Sprache: Deutsch | Format: Xvid | Uploader: Bender

Sie gehörten zu den Fünfziger Jahren wie Nierentisch und VW-Käfer: Handelsgold-Zigarren aus dem Hause André im ostwestfälischen Bünde. Auch der Vater des Wirtschaftswunders Ludwig Erhard hatte selbstverständlich immer eine Handelsgold-Zigarre zwischen den Lippen. Die zwei Weltkugeln mit der roten Banderole waren ein Symbol für das „Wir sind wieder wer“ nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Traditionshaus ist immer noch Deutschlands größter Zigarrenhersteller, wird heute in siebter Generation von Axel-Georg André geführt und exportiert Zigarren und Zigarillos in 70 Länder weltweit. Die wechselvolle Geschichte der Tabakbarone beginnt in Osnabrück. Johann Friedrich Christian André, der Tabakfacharbeiter, macht sich 1817 mit der Herstellung von Rauchtabakwaren selbstständig. Seine Söhne führen das Geschäft später unter dem Namen „Gebrüder André“ fort. Noch ist es ein kleiner Betrieb unter vielen anderen. Das ändert sich jedoch mit dem Umzug nach Bünde im Jahr 1866: Nach anfänglichen Schwierigkeiten etabliert die dritte Generation der Andrés eines der größten Tabakhäuser in der „deutschen Zigarrenhauptstadt“. Im Wandel der Zeiten hat jede Generation der Andrés ihre ganz eigenen Herausforderungen zu bewältigen: 1905 errichtet die Familie die modernste Zigarrenfabrik Bündes, die bis heute Stammsitz des Unternehmens ist. In den Dreißiger Jahren – inzwischen hat die fünfte Generation das Ruder übernommen – steht das Unternehmen fast vor dem Aus. Denn die Nationalsozialisten verbieten 1933 die maschinelle Zigarrenherstellung, ab jetzt müssen Zigarren wieder mit der Hand gerollt werden – wie im 19. Jahrhundert. Zudem wird in den Kriegsjahren der Tabak knapp, die Produktion bricht zusammen. In der Not stellen die Tabakbarone jetzt Porzellan- und Steingut-Geschirr her. Erst ab 1950 kommt die Zigarrenproduktion langsam wieder in Schwung, und auf dem Tiefpunkt der Firmengeschichte hat Walter André die geniale Idee: Er vermarktet das gesamte Sortiment des Unternehmens unter dem Namen „Handelsgold“. Diese Zigarren werden der Familie André regelrecht aus den Händen gerissen: Allein in den Jahren 1964 bis 1969 werden 4,5 Milliarden Handelsgold-Zigarren verkauft! In den Siebziger Jahren steht das traditionsreiche Zigarrenhaus plötzlich erneut vor einer existenzbedrohenden Krise. In den Zeiten von Flower Power und Studentenrevolten wird die Zigarre für viele zu einem Symbol des Spießertums, das einstige Zugpferd „Handelsgold“ zum lahmen Ackergaul: Traditionelle „Stumpen“ verkaufen sich nicht mehr. Die Rettung heißt „Clubmaster“. Ernst-Arnold André – Chef in sechster Generation – bringt unter diesem Namen 1972 das erfolgreichste deutsche Zigarillo auf den Markt. Doch die Zeiten für einen Tabakwarenhersteller werden nicht einfacher. In den Achtziger Jahren gibt es erste Werbeverbote und die öffentliche Meinung stellt sich mehr und mehr gegen den blauen Dunst. Wurde bis dahin noch überall gequalmt – in Flugzeugen genau so wie in Werner Höfers Tele-Frühschoppen – so ist das jetzt vorbei. Trotz anfänglicher Unsicherheit über die Zukunftsperspektiven der Tabakindustrie übernimmt Axel-Georg André im Jahr 2004 in siebter Generation das Familienunternehmen. Sein Motto heißt Internationalisierung, und trotz allgemeiner Rauchverbote setzt auch er weiter auf Wachstumskurs. In der Dokumentation von Karina Voges und Heiko Schäfer gewährt Firmenchef Axel-Georg André erstmals spannende Einblicke in die 200-jährige außergewöhnliche Familien- und Unternehmensgeschichte. Am Beispiel der Andrés zeigt sich besonders deutlich, wie sehr ein Familienunternehmen sich mit einem – inzwischen umstrittenen – Produkt im Wandel der Zeiten verändern muss.

Die.Zigarrenbarone.aus.Ostwestfalen.-.Die.Familie.Andre.GERMAN.DOKU.WS.dTV.XViD-SiTiN
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Erstellt am 30 April '11, in Deutschland, Wirtschaft.

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